Am Tag der Infanterie 2025 wurde
am 10.07.2025 erstmals der
Truppenpreis des Bundes der
Deutschen Infanterie e.V. für das
Jahr 2024 in würdiger Form verliehen.
Ausgezeichnet wurde der
Lufttransportzug der Luftlande-/
Lufttransportschule in Altenstadt
für dessen Leistungen im Rahmen
der Operation GAZA AIRDROP.
Schon seit seiner Gründung verleiht
der Bund der Deutschen Infanterie
e.V. an der Infanterieschule in
HAMMELBURG Bestpreise an herausragende Lehrgangsabsolventen.
Die jungen Soldatinnen und Soldaten
werden bei einem Antreten
in würdiger Form ausgezeichnet
und damit als Beispiele in Leistung,
Haltung und Pflichterfüllung für
ihre Kameraden geehrt. Die Übergabe der Preise (in der Regel Säbel, Hirschfänger oder vergleichbar) mit Urkunde erfolgt in der Regel durch den Kommandeur der Infanterieschule und General der Infanterie, der in Personalunion immer auch
der 1. Vizepräsident des Bundes der
Deutschen Infanterie e.V. ist.
Vorstand und Mitgliederversammlung unseres Bundes haben im Jahre 2024 beschlossen, über den an einzelne Leistungsträger auch weiterhin zu vergebenden Bestpreis hinaus, Einheiten oder Teileinheiten
der Infanterie ab 2024 jährlich mit
einem Truppenpreis hervorzuheben.
Diese Absicht wurde mit dem
Kommandeur der Infanterieschule
und General der Infanterie, den Inspekteuren von Heer, Luftwaffe und Marine sowie dem Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr abgestimmt. Sie alle
unterstützen diese Initiative!
Der Truppenpreis soll erstrebenswert
sein, ohne einer Wettkampfmentalität
Vorschub zu leisten. Es geht um
die Würdigung der Gesamtleistung
aller Soldatinnen und Soldaten einer
Einheit/Teileinheit. Dabei wird
deren erfolgreiches und vorbildliches
Handeln als Einheit/Teileinheit
der Infanterie unter Berücksichtigung
unserer Einsatzgrundsätze
und Führungsvorschriften und der
Grundsätze der Inneren Führung
und der zeitgemäßen Menschenführung
berücksichtigt.
Um Besonderheit und Beispielhaftigkeit der gezeigten Leistungen herauszustellen, wird kein Wanderpreis vergeben. Die ausgewählte Teileinheit/Einheit erhält eine eigene Ausfertigung des Truppenpreises sowie eine Urkunde. Auch jeder/ jede Angehörige erhält eine eigene Urkunde. Zudem wird es eine große Übersichtstafel im Stab der Infanterieschule geben, auf der
die jeweiligen Preisträger mit einer
gravierten Plakette geehrt werden.
Das truppengattungsübergreifende
Element ist die Würdigung am Mutterhaus der Infanterie.
Zur Operation GAZA AIRDROP
Die Luftwaffe unterstützte ab den
13.03.2024 die Luftbrücke GAZA
mit dem Lfz C130 J unter Rückgriff
auf durch FRA u. USA bereitgestellte
Lasten. Um die Operation weiterzuführen, war es die Absicht, eigene Lasten auch unter Rückgriff auf das

Lfz A400M abzusetzen und so einen
wesentlichen DEU Beitrag zur Versorgung der zivilen Bevölkerung im Gazastreifen zu leisten. Allerdings
stehen der Bundeswehr seit der Ausphasung des Lfz C160 keine zugelassenen Lastenabsetzsysteme zur Verfügung. Die Absetzsysteme CDS und ADS befinden sich im Moment noch in der Zulassung. Im Zeitraum der GAZA-Hilfe wäre es natürlich auch möglich gewesen, eine Sondergenehmigung dafür herbeizuführen.
Dieser Ansatz hätte allerdings dazu geführt, dass sämtliches eingesetztes Material verloren gegangen wäre und somit die Fähigkeit zum Absetzen von Lasten (auch nach Zulassung der Absetzsysteme CDS und ADS) für die Bundeswehr auf unabsehbare Zeit nicht mehr zur Verfügung gestanden hätte. LL/ LTrspS entwickelte daher unter Federführung des LTrspZg und unter Einbindung WTD 61 sowie TTVG LTG 62 ein „Low Cost Aerial Delivery System“ (LCADS), welches weitestgehend aus handelsüblichen oder bereits ausgesonderten Komponenten besteht und brachte dies innerhalb von drei Wochen zur Einsatzreife (Abb.4). Zeitgleich erfolgte die Einsatzvorbereitung des in der Entwicklung und Erprobung des LCADS eingesetzten Personals für die Verlegung nach JOR zum Aufbau der Lasten vor Ort. Nach der ersten Idee am 18.03.2024
konnte das LCADS bereits am
10.04.2024 über dem GAZASTREIFEN
zum Einsatz gebracht werden. Bis zum 30.05.2024 konnten so 436 Lasten mit insgesamt etwa 220
Tonnen Hilfsgütern für die Unterstützung der Zivilbevölkerung abgesetzt werden (Abb. 5). Lediglich
bei zwei Lasten kam es zu Störungen. Bei einer Last platzte einer der zwei verwendeten, ausgesonderten und
umgebauten Personenfallschirme T10. Die Last landete am zweiten, ordnungsgemäß funktionieren Schirm. Eine zweite Last wurde beim Absetzvorgang selbst durch eine Kollision mit einer voran abgesetzten Last zerstört, da vmtl. durch einen zu steilen Anstellwinkel des Lfz die im sog. Schwerkraftverfahren abgesetzten Lasten zu schnell wurden und so kollidierten.
Auch für das Jahr 2025 soll der Truppenpreis wieder verliehen werden. Der Bund der Deutschen Infanterie e.V. freut sich über zahlreiche Vorschläge.

Luftfahrzeug A400M kurz vor dem Absetzten. (Foto: Bw / LL/LTrspS)
